Nikita Gerassimow

Nikita Gerassimow

28-05-2022

15:49

Heute soll es nicht um die #Ukraine gehen, sondern um zwei andere brisante Konflikte: - Griechenland setzt russisches Schiff mit iranischem ├ľl fest - als Reaktion kapert #Iran zwei griechische Tanker; - T├╝rkei bereitet eine neue Milit├Ąroperation in #Syrien vor. Thread ? (1/20)

Zwischen dem #Iran und Griechenland ist es zu einem brisanten Konflikt gekommen, der seinen Ursprung in der "gro├čen" Sanktionspolitik hat. Mitte April setzten griechische Beh├Ârden den russischen ├ľltanker "Lana" wegen m├Âglicher Verletzung von EU-Sanktionen fest. (2/20)

Sp├Ąter stellte sich heraus, dass der Tanker nicht mehr einer sanktionierten Bank geh├Ârt, weshalb er eigentlich weiterfahren d├╝rfte. Da auf dem russischen Tanker aber iranisches ├ľl geladen war, meldeten sich pl├Âtzlich US-Beh├Ârden und verwiesen auf US-Sanktionen gegen den Iran 3/20

Washington wies Griechenland an, das iranische ├ľl aus dem Tanker abzupumpen, damit es danach in die USA gebracht werden kann. Am 24. Mai soll Athen offiziell die Beschlagnahmung angeordnet haben. Ein anderer Tanker steht jetzt direkt bei der "Lana" und pumpt anscheinend das ├ľl ab

Als Reaktion ├╝bernahmen nun iranische Spezialeinheiten mit Schnellbooten und Hubschraubern zwei griechische Tanker im Persischen Golf. Laut Medienberichten werden die Tanker von Teheran als "Kompensation" bzw. "Pfand" f├╝r das "gestohlene" ├ľl betrachtet. (5/20)

Sobald das iranische ├ľl zur├╝ckgegeben wird, sollen die beiden Tanker freikommen. Beide Seiten werfen sich nun "Piraterie" und "Diebstahl" vor. Iran den Griechen, weil sie iranisches ├ľl beschlagnahmten. Griechenland den Iranern, weil sie zwei ihrer Schiffe auf hoher See ├╝bernahmen

Unklar ist, wie es nun weitergeht. Der Konflikt wird wohl nur beigelegt, wenn Iran sein ├ľl zur├╝ckbekommt...dar├╝ber entscheidet aber nicht Athen, sondern offensichtlich Washington. Im Prinzip ist Griechenland zu einer Geisel in einem iranisch-amerikanischen Disput geworden. (7/20)

Der Konflikt zeigt gut, wie verzwickt und oftmals un├╝bersichtlich die Konfliktlinien in Nahost sind. Zwei griechische Tanker werden gekapert, weil ein russisches Schiff mit iranischem ├ľl in amerikanischen Interessen in Griechenland festgesetzt wird. Was f├╝r ein Knoten. (8/20)

Nun ab in die T├╝rkei. Ankara bereitet offensichtlich eine neue "Milit├Ąroperation" auf syrischem Boden vor. Entsprechende Hinweise gibt es schon l├Ąnger, am Montag k├╝ndigte Erdogan dann offen eine neue Milit├Ąrkampagne an, die sich gegen kurdische Gruppierungen richten soll. (9/20)

Es w├Ąre wohl die vierte t├╝rkische "Milit├Ąroperation" auf syrischem Boden seit 2016. Auch diesmal geht es darum, eine "Pufferzone" von bis zu 30km weit ins syrisch-kurdische Territorium aufzubauen - offiziell, um die "kurdische Bedrohung" an der t├╝rk.Grenze zu beseitigen. (10/20)

Entsprechende Vorbereitungen sollen voll am Laufen sein. In den t├╝rkisch-syrischen Grenzgebieten werden gro├če Milit├Ąrkolonnen gemeldet. Angeblich sollen Anwohner gebeten worden sein, keine Aufnahmen der Kolonnen zu ver├Âffentlichen, um ihre Positionen nicht auffliegen zu lassen.

Im Norden des Landes sollen zahlreiche t├╝rkische Hubschrauber unterwegs sein. Pro-t├╝rkische Gruppierungen, die die regul├Ąren t├╝rkischen Truppen flankieren, sollen f├╝r die Offensive im Norden Syriens bereits in volle Kampfbereitschaft versetzt worden sein. #Syria #Syrien (12/20)

Das Momentum ist f├╝r Erdogan perfekt. Die USA ├Ąu├čerten nur leise ihre "Besorgnis" ├╝ber die anstehende t├╝rk.Offensive. Aus der EU kam nach meinem Wissensstand ├╝berhaupt kein Ton dazu. Der Grund: der Westen braucht die T├╝rkei, um Schweden und Finnland in die NATO zu bekommen. 13/20

Dementsprechend starke Karten hat Erdogan derzeit gegen die EU/NATO. Im Prinzip hat er zurzeit freie Bahn f├╝r seine Milit├Ąroperation, ohne daf├╝r vom Westen etwas bef├╝rchten zu m├╝ssen. Demonstrativ und permanent spielt Erdogan dieses Thema aus ? (14/20)

Zu Bedenken: Es w├Ąre bereits die zweite Milit├Ąroperation, die Ankara innerhalb von zwei Monaten auf dem Gebiet eines anderen Staates startet. Am 18. April begann die T├╝rkei bereits eine Milit├Ąroperation auf dem irakischen Territorium. Hier mehr ? (15/20)

Interessant ist dabei, dass die neue Milit├Ąroperation in Syrien deutlich gr├Â├čere Ziele haben k├Ânnte, als "nur" der Sieg ├╝ber die kurdische YPG. Die t├╝rk.Regierung erkl├Ąrte, dass die neu geschaffene Pufferzone zur R├╝cksiedlung zahlreicher syrischer Fl├╝chtlinge genutzt wird (16/20)

Aus innenpolitischer Sicht ist es f├╝r Erdogan perfekt, denn er kann damit gleich mehrere empfindliche Punkte f├╝r sich verbuchen (wichtig f├╝r kommende Wahlen in 2023): Die Beseitigung der "kurd. Gefahr", eine erfolgreiche Milit├Ąrkampagne und die L├Âsung der Fl├╝chtlingskrise (17/20)

Die brit. Guardian bef├╝rchtet in diesem Sinne allerdings, dass die "R├╝cksiedlung" der syrischen Fl├╝chtlinge a) wohl kaum freiwillig geschehen werde (wer will schon in eine militarisierte Pufferzone umgesiedelt werden). b) zu einer Vertreibung der Kurden f├╝hren k├Ânnte. (18/20)

Demnach w├╝rden die t├╝rkischen Pl├Ąne bedeuten, dass in der kurdisch dominierten Region massenweise arabische Bev├Âlkerung angesiedelt wird, so zumindest die Vorw├╝rfe der Guardian. Dies k├Ânnte bedeuten, dass Ankara im Prinzip die ethnische Zusammensetzung der Grenzregion ├Ąndern will

Zugleich bleibt abzuwarten, wann und ob Erdogan die Operation tats├Ąchlich startet. Es gibt auch Spekulationen, dass die Vorbereitungen eher Bluff sind, um beim Westen m├Âglichst gro├če Zugest├Ąndnisse herauszupokern, w├Ąhrend dieser durch den #UkraineKrieg so gebunden ist. (20/20)


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